Tanz 🦋 In der Spielzeit 2026/27 realisiert der Tanz am Theater Freiburg zwei internationale Koproduktionen sowie zwei interne Produktionen in Zusammenarbeit mit dem Schauspiel und dem Jungen Theater. Die Tanzgastspiele präsentieren zeitgenössischen Tanz als Raum kollektiver Erfahrung, ästhetischer Vielfalt und gesellschaftlicher Reflexion. Ausgehend von Werken wie Irresistible Revolution, das den Karneval als utopischen Ort des Zusammenseins feiert, oder It’s the End of the Amusement Phase, das zwischen Vergnügen und Umbruch changiert, versammelt das Programm Positionen, die sich mit Gemeinschaft, Körperpolitik und den Brüchen unserer Zeit auseinandersetzen. Stücke wie Impasse hinterfragen Sichtbarkeit und Repräsentation, während Burn Baby, Burn und Become Ocean die Dringlichkeit der Klimakrise in kraftvolle, körperliche Bilder übersetzen. Mit Farsa und Rhino erweitern Arbeiten zwischen Wahrnehmung, Täuschung und existenzieller Fragilität den Blick auf das Verhältnis von Realität und Imagination.
Die Tanzgastspiele verstehen sich als Resonanzraum für internationale künstlerische Handschriften und präsentieren drei Deutschlandpremieren, die neue Perspektiven auf Tanz als zeitgenössische Kunstform eröffnen. Gleichzeitig entstehen zwei Koproduktionen, die kreative Prozesse aktiv begleiten und nachhaltige künstlerische Entwicklungen fördern. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Tanz nicht nur ästhetische Erfahrung ist, sondern ein Medium, um gesellschaftliche Fragen sinnlich erfahrbar zu machen. Die Tanzgastspiele laden dazu ein, Gewissheiten zu hinterfragen, neue Formen des Miteinanders zu erproben und in der Bewegung Möglichkeiten für eine andere Zukunft zu entdecken. Sie schaffen Begegnungen zwischen Künstlerinnen und Publikum und öffnen Räume für Dialog und Teilhabe. Vermittlungsformate begleiten die Aufführungen und vertiefen die künstlerischen Inhalte. Internationale Perspektiven treten in Austausch mit lokalen Kontexten und Szenen. Diversität wird nicht nur abgebildet, sondern aktiv gestaltet und gefördert. Der Körper wird als politischer, sozialer und poetischer Ort erfahrbar. Traditionen werden aufgegriffen, hinterfragt und neu gedacht. Experiment und Risiko sind zentrale Bestandteile des Programms. Tanz wird als globale Sprache verstanden, die Grenzen überwindet. Dieses kuratierte Programm bildet den Abschluss meiner künstlerischen Leitung der Tanzgastspiele und verdichtet exemplarisch die zentralen inhaltlichen und ästhetischen Linien meiner Arbeit.
Dr. Adriana Almeida Pees
Leitung und Kuratorin Tanz
DingsbumsTF
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Alltägliche Gegenstände in der Küche sind für Kinder oftmals genauso spannend zu entdecken wie ihre bunten Spielsachen. Wie könnte es aussehen, wenn diese Gegenstände zum Leben erwachen? Eine Performance für unser ganz junges Publikum.
Idee und Künstlerische Leitung: Barbara Fuchs
Weltraum, ab 20. September 2026
Irresistible RevolutionTF
Für Ayelen Parolin öffnet die Lust am Spiel Türen in eine neue Welt innerhalb der eigenen Welt. In Irresistible Revolution dreht sich alles um das Spiel. Es ist ein wesentlicher Antrieb, eine kreative Kraft und es macht das Unvorhersehbare möglich. In ihrer neuesten Kreation zieht die Murga – das Straßentheater mit Musik und Satire aus Buenos Aires ins Theater ein. Ein spontaner Karneval, angetrieben von der Freude am Zusammensein.
von RUDA / Ayelen Parolin
Koproduktion, Gastspiel
Großes Haus, nur am 3. Oktober 2026
Amusez-vous: Jacques OffenbachTF
Scheinbar ganz Paris befindet sich im Taumel des Vergnügens. Mittendrin: Jacques Offenbach, der Urvater der Operette. Gemeinsam mit der transnationalen Theater- und Performance-Gruppe La Fleur spüren wir den aufmüpfigen Möglichkeiten der Operette nach und machen deren radikalen Geist erfahrbar, der auch heute noch die Parolen „Amusement“ und „Liberté“ ins Rund wirft.
von La Fleur mit Musik von Jacques Offenbach, Timor Litzenberger & Vetcho Lolas
Musikalische Leitung: Artem Lonhinov
Regie: Monika Gintersdorfer
Großes Haus, ab 4. Oktober 2026
It‘s the End of the Amusement PhaseTF
It‘s the End of the Amusement Phase ist eine Reise durch die Zeit, die sich bei Chara Kotsali sprunghaft ereignet. Drei Perfomerinnen bewegen sich vom Macarena zu einer Massenveranstaltung, zurück in den Aerobikkurs und über rituelle Tänze ins Cheerleading hinein. Was kommt nach der Phase des Vergnügens? Außerdem liefert die Choreografin in Form eines Poetry Slams den Soundtrack für eine mögliche Phase danach.
von Chara Kotsali
Deutsche Erstaufführung, Gastspiel
Kleines Haus, nur am 21. November 2026
ImpasseTF
Mufutau Yusuf schafft in Impasse (zu Deutsch: Sackgasse) markante Bilder, die in ihrer Ungreifbarkeit lange nachhallen werden. Riesige Wäschesäcke aus Plastik stapeln sich in die Höhe, setzen sich auf der Bühne in Bewegung und drohen schon im nächsten Moment einzustürzen. In seinem neuesten Tanzstück zeichnet der Choreograf mit markanten Bildern eine Versuchslandschaft in das selbst entworfene Bühnenbild, um die Politiken Schwarzer Körper in westlichen Gesellschaften erfahrbar zu machen.
von Mufutau Yusuf
Deutsche Erstaufführung, Gastspiel
Kleines Haus, nur am 16. Januar 2027
Burn Baby, BurnTF
Burn Baby, Burn bringt unseren Umgang mit der Klimakrise auf die Bühne. Neun Tänzer*innen der kanadischen Kompanie Côté Danse legen einen intensiven und leidenschaftlichen Tanz gegen das Abbrennen der Wälder auf das Parkett. Wird uns das Feuer am Ende retten oder zerstören? Eine Einladung den gegenwärtigen Moment zu nutzen, bevor wirklich alles zu spät ist!
von Guillaume Côté / Côté Danse
Gastspiel
Großes Haus, nur am 6. Februar 2027
Corps de BalletTF
Die italienische Choreografin Silvia Gribaudi stellt zusammen mit Menschen mit und ohne Bühnenerfahrung das klassische Ballett auf den Kopf: Statt Solist*innen steht hier das Kollektiv im Zentrum. Mit viel Humor und Leichtigkeit wird das soziale und politische Potenzial des gemeinsamen Tanzens offengelegt.
von Silvia Gribaudi
Uraufführung
Kleines Haus, ab 19. Februar 2027
FarsaTF
Was sehen wir und was glauben wir zu sehen? Wie unterscheidet sich eine Lüge von einer Täuschung? Catarina Miranda lässt sich für ihr neues Stück Farsa von optischen Täuschungsgeräten aus dem 19. Jahrhundert inspirieren. Für die portugiesische Tanz- und Performancekünstlerin wird das Theater zu einem lebenden Traum, in dem sich unsere Wahrnehmung wie ein bewegliches Puzzle ständig verändern kann und darf.
von Catarina Miranda
Deutsche Erstaufführung, Gastspiel, Koproduktion
Großes Haus, nur am 19. März 2027
Hold Your Own (AT)TF
Andy Zondag bringt das Langgedicht Hold Your Own von Kae Tempest als Choreografie zwischen Sprache und Bewegung auf die Bühne. Ein künstlerischer Versuch gegen das Entweder-Oder und für ein Sowohl-Als-Auch - eine Feier der Zwischenräume.
von Andy Zondag mit Texten von Kae Tempest
Regie und Choreografie: Andy Zondag
Kleines Haus, ab 23. April 2027
RhinoTF
Die kanadische Tanzkompanie Out Innerspace schafft mit Rhino eine Bühnenlandschaft, in der unsere eigenen Träume genau wie die Wildtiere der Savanne als akut bedroht erscheinen. Hoffnung bewegt und entfernt sich in dieser unsicheren Landschaft und weiß nicht, ob sie nochmal zurückkommen soll. Im Mittelpunkt steht Rhino – das Nashorn. Mit dem voranschreitenden Sterben der Nashörner, werden auch bald unsere Träume kaputt gehen. Wollen wir das wirklich?
von Out Innerspace
Gastspiel
Großes Haus, nur am 14. Mai 2027
Become OceanTF
Die Gezeiten des Ozeans – ein scheinbar ewig andauernder Rhythmus. Was passiert, wenn dieses Gleichgewicht von außen durchbrochen wird? Das taiwanesisch-ungarische Choreograf:innen-Duo LEE\VAKULYA reflektiert in Become Ocean gemeinsam mit den Tänzer*innen vom Hessischen Staatsballett über die Klimakrise und über das fragile Gleichgewicht der Natur zwischen Leben und Zerstörung.
von LEE\VAKULYA
Musikalische Leitung: Friederike Scheunchen
Gastspiel
Großes Haus, nur am 3. und 4. Juni 2027